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staffel 2 · 25.05.2023 · 33 min · websites

Wie lange dauert es, eine Website zu bauen? 8 Tage, und drei Monate davor

the temple standard

Ja, ich crazy girl habe mal die Limits der Physik ausgereizt und für dich ausprobiert, was so einen Prozess deutlich beschleunigen kann.

In dieser Podcastfolge findest du Learnings & Erfahrungen, Tipps, Effizienzsteigerungstools – und eine Rückbesinnung darauf, was die Website-Erstellung eigentlich ist und bedeutet.

Wie immer – ich freue mich von dir zu hören!

[lesen]

8 Tage hat die technische Umsetzung dieser Website gedauert (ehrlich gesagt 9, ich hab noch einen Wochenendtag drangehängt). Das ganze Projekt hat knapp drei Monate gedauert: Ende Februar das Fotoshooting, danach die Texte, danach das Design, und erst dann die 9 Tage Technik.

Schnell geht der Bau also nur, wenn beim Bauen nichts mehr fehlt. Bilder, Texte, Design und der Plan, welche Seite wohin verlinkt, lagen fertig da, als ich angefangen habe.

Und trotzdem hab ich die Folge mit „You don’t“ angefangen: Geplant hab ich damals für eine Website insgesamt fünf Monate, und die 8 Tage kamen von einer Deadline, nicht von einem Plan.

Wo die Zeit wirklich hingeht

Die 8 Tage waren der letzte Schritt von vier. Davor:

  • Fotos. Das Shooting war Ende Februar.
  • Texte. Der Teil, der am längsten gedauert hat. Texte sind nicht mein Sweetspot, ein Design fließt sehr viel schneller aus mir raus.
  • Design. Erst ein Raumplan mit allen Seiten und eingezeichneten Verlinkungen: Was ist der wichtigste Raum, wo will ich die Menschen hinführen? Dann in Sketch jede einzelne Seite.
  • Technik. Die 9 Tage, in Elementor.

Die Reihenfolge ist kein Ritual. Wer schon designen will, bevor die Texte stehen, merkt es sofort: Woher soll ich wissen, welcher Text wohin kommt?

(Eine Mentoring-Kundin hat ihre Texte noch verfeinert, als sie sie im Design sah, und das hat für sie gut funktioniert. Sie hatte aber ein Gerüst: wo jeder Text hingeht und was er transportieren soll.)

Warum es überhaupt 8 Tage waren

Ich hab nicht gedacht: oh cool, Herausforderung, mach ich mal in 8 Tagen. Die Website entstand damals in einer Anstellung, meine Kollegin ist in den Urlaub gefahren, und bis dahin musste die Seite fertig sein.

Einen Tag hab ich 9 Stunden dran gesessen. 7 davon gingen in eine Lösung, die ich so noch nie gebaut hatte und die am Ende nicht funktioniert hat.

Was die 8 Tage möglich gemacht hat

  • Ich kannte den Ablauf. Ich wusste, was passieren muss, bevor das Nächste passieren kann. Wer seine erste Website baut, hat diese Landkarte noch nicht, und genau da hilft ein Plan (oder jemand, der den Weg schon oft gegangen ist).
  • Alles lag bereit. Designs, Links, Bilder, Texte. Ich musste nichts mehr suchen.
  • Keine Werkzeug-Recherche. Ich hab nicht erst nach Themes und Plugins geschaut. Ganz am Anfang hat mich genau das Stunden gekostet. (Ganz ohne Lernkurve ging es trotzdem nicht: Elementor hatte kurz vorher von Abschnitten auf Container umgestellt, und ich wollte unbedingt ein neues Plugin ausprobieren. Das hat am Anfang gebremst, ich hatte es eingeplant.)
  • Die 10-Minuten-Regel. Wenn eine Stelle nach 10 Minuten Rumfummeln nicht funktioniert, geh ich weiter und schau sie mir später nochmal an. Erst die Masse, dann die Details.
  • Eine Tabelle als Überblick. Alle Seiten untereinander, oben Desktop, Tablet, Mobil. So sehe ich, welche Seite schon responsiv ist und welche schon geprüft.
  • Gleiche Arbeit am Stück. Alle Bilder aus Sketch exportieren, zusammen durch den Bildoptimierer, zusammen hochladen.
  • Eine Checkliste am Ende. Sind alle Links gesetzt? Sieht alles auf allen Geräten gut aus? Sind alle Texte korrekt eingepflegt?

Und der Punkt, der am härtesten war

Aufhören, wenn nichts mehr geht. Mitten in den 8 Tagen gab es einen Tag, an dem nichts geflutscht hat. Ich wurde ein bisschen aggressiv und ein bisschen panisch, weil die Zeit raste.

Das Beste, was ich tun konnte: alles zur Seite legen, ins Bett, chillen. Am nächsten Tag ging es wieder.

(Am Ende hat mich übrigens meine 90s-Playlist getragen. Sehr laut. Ein paar Tage vorher wäre mir das viel zu viel gewesen.)

Den letzten Feinschliff, die Zuckerwatte obendrauf, hab ich erst gemacht, als die Seite schon online war. Mit mehr Zeit, und das hat dem Ergebnis gutgetan.

Warum ich trotzdem davon abrate

Mitten in der Aufnahme hab ich gemerkt: Ich will dir eigentlich keine Tipps geben, wie du über deine eigenen Grenzen gehst, um eine Deadline zu schaffen. Ein Projekt, das dir Ressourcen raubt, macht dich grollig auf deine eigene Website, und das wäre schade um so ein schönes Projekt.

Was ich stattdessen mitgeben will:

  • Setz dir Deadlines. Gegen das Prokrastinieren helfen sie enorm.
  • Plan Umwege ein. Momente, in denen du etwas lernen musst, in denen gespielt werden darf, in denen sich Dinge ein, zwei Tage setzen.
  • Hör auf, wenn du Widerstand spürst. Und komm wieder, wenn du ihn nicht mehr spürst. Drück ihn nicht weg, aber lass dich auch nicht dauerhaft von ihm aufhalten.

Eine Kundin hat am Ende ihrer Website gesagt: „Boah, am Ende ist es ein Palast geworden.“ Das braucht diese Zeit.

[websites]

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