Was ist traumasensibles Marketing? Katharina Thürer erklärt es am ersten Date
Überrennst du deinen eigenen Körper? – traumasensibles Marketing mit Katharina Thürer
Wenn du dich in unserer Coaching Bubble umschaust…
… hast du auch manchmal den Eindruck, „je härter desto besser“? Desto weniger „You give a f*ck“, desto mehr Geld verdienst du?
… und spürst, dass das so gar nicht deins ist? Oder es etwas in dir anzündet, aber irgendwie auch Irritationen auslöst?
Mit Katharina spreche ich über Trauma-Responses und -bonding, über Gaslighting und die alles umfassende Frage: Wie können wir achtsam mit unserem Nervensystem sein und trotzdem (oder gerade deswegen) nachhaltig und langfristig Erfolg haben?
Lausche diesen SUPER-juicy 70 Minuten voller Goldnuggets und lass dich inspirieren und bewegen.
Denn am Ende heißt es immer: You do YOU!
Und dann – lass uns uns austauschen!
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Traumasensibles Marketing verkauft so, dass deine Kundin sich aus Ruhe entscheidet, nicht aus einem Hype. Keine künstliche Verknappung, keine 24-Stunden-Frist, Fakten statt nur Emotion, und ein Nein darf ein Nein bleiben. Katharina Thürer nennt das auch ethisches oder trauma-informiertes Marketing.
Für Coaches und Therapeutinnen geht es dabei um mehr als Stil. Katharinas Punkt: Wachstum ist nur möglich, wenn sich ein Mensch sicher fühlt. Fühlt er sich nicht sicher, sucht er den Fehler bei sich.
Er denkt „irgendwas bei mir ist noch nicht richtig genug“ und kauft den nächsten Kurs. Und den nächsten.
Wer Katharina ist, und warum sie das sagt
Katharina hat Marketing und Business studiert und lange in Agenturen gearbeitet, als Projektmanagerin und Strategin. Danach ist sie tief in die spirituelle Welt eingetaucht, mit Yogalehrerinnen-Ausbildung und Breathwork, und hat Business und Spiritualität verbunden.
Dann wurde sie Mutter, drei Tage bevor Corona ausbrach, und steckte gleichzeitig in einer Beziehung, die ihr nicht gut tat. Danach hat sie vieles hinterfragt, auch Werkzeuge, die sie selbst als Coach weitergegeben hatte. Heute klärt sie über toxische Dynamiken auf, und darüber, wie sie in der Coachingszene im Marketing auftauchen. (Mit Humor, und sie macht sich dabei ausdrücklich auch über ihr eigenes früheres Ich lustig.)
Zwei Arten, Menschen zum Kaufen zu bringen
Katharina unterscheidet zwei Energien. Die aktivierende ist das „Hell yes, ich buche jetzt diesen Kurs, und dann werd ich Millionär, während ich in der Badewanne liege“. Die ist gut, um loszugehen: den Job kündigen, zum ersten Mal live gehen, endlich ein Produkt bauen.
Auf Dauer hält das kein Körper aus. Für alles Langfristige braucht es das, was Katharina die Energie des Commitments nennt: ein unaufgeregtes, klares Ja. „Ich hab drüber geschlafen und finde es immer noch gut.“
Was im Marketing künstlich aktiviert, zählt sie auf:
- emotionale Musik und Videos
- Sexy Selling, viel Haut, viel Reiz
- künstliche Verknappung und FOMO („Ich verrate dir, wann der Preis steigt, und um wie viel“)
Das Bild vom ersten Date
Verkaufen wie Flirten: Das hört man in der Coachingszene oft. Katharina nimmt das Bild ernst und fragt nach der Absicht. Willst du einen Quickie, oder willst du eine Beziehung, in der sich beide sicher fühlen?
Für den Quickie ziehst du dich anders an und redest anders, und das ist völlig in Ordnung, wenn beide dasselbe wollen. Schwierig wird es, wenn ein Coach von langer Beziehung spricht und eigentlich nur den schnellen Kauf will.
Das Date, das sie selbst haben will, ist unaufgeregter: schick gemacht, weil es ihr wichtig ist, aber ohne Spielchen. Sie sagt, was sie braucht und was sie geben kann. Das Ja, das daraus kommt, ist zuverlässiger.
Drei Dinge, die Katharina für dein Marketing mitgibt
- Schau zuerst bei dir. Welche Verkaufsmechaniken lassen dich selbst entspannen, und bei welchen bist du plötzlich total drüber? Das ist dieselbe Frage wie: Bei welchen Menschen kannst du ausatmen?
- Gib Zeit und Fakten. Braucht jemand länger, weil sein Nervensystem so funktioniert: take your time. Und wer Fakten braucht, bekommt sie. Gefühle zeigen ist nicht verkehrt, nur nicht als Einziges.
- Ehre das Nein. „Du hast Nein gesagt, das zeigt, dass du nicht ready bist und dir selbst im Weg stehst“: Das redet die Gefühle der anderen Person klein. Katharina nennt das Gaslighting. Ihre Antwort auf ein Nein: Toll, dass du zu dir stehst. Vielleicht sehen wir uns später wieder.
Verlässlich heißt nicht: immer dasselbe posten
Katharina erklärt, warum Menschen sich so oft von Unberechenbarem angezogen fühlen: Belohnung, die mal kommt und mal nicht, bindet stärker als verlässliche. Social Media funktioniert genauso, keiner weiß, wie viele Likes kommen.
Daraus folgt für sie nicht, dass du jeden Tag gleich gut gelaunt posten musst. Verlässlich kann auch heißen: Wenn es Tizia nicht gut geht, postet sie nicht. Das ist berechenbar, und Berechenbarkeit fühlt sich für den Körper sicher an (auch wenn sie oft mit „langweilig“ verwechselt wird).
Ich hab das selbst gemerkt, als ich meinen Instagram-Account wechseln wollte und der neue ständig gesperrt wurde. Erst „Hey Leute, neuer Account“, eine Stunde später „doch nicht“.
Mein erster Gedanke: wie unprofessionell. Dann hab ich es einfach so geteilt, und mein ganzes System hat sich entspannt.
Persönlich ist nicht privat
Authentisch sein heißt für Katharina nicht, alles zu teilen. Sie teilt viel Persönliches: wie es ihr geht, ob sie heute in guter oder niedriger Energie ist. Aus ihrem Privatleben teilt sie sehr wenig, und das macht sie nicht weniger authentisch.
Der Unterschied hat ihr im Business viel Druck genommen. Ihr Account ist ein Business-Account. Wer ihr folgt, folgt ihr für ihr Wissen, nicht für ihr Privatleben, und das gilt unabhängig davon, ob sie gerade müde ist oder voller Energie.
[marketing]
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