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staffel 2 · 14.12.2022 · 60 min · marketing

Lohnt sich eine Marketingagentur für Coaches? Sandra Schumacher hat es ausprobiert

the temple standard

2022 hatte sich Sandra auf ein Selbstexperiment begeben: Sie wollte ihre (aktuelle) Runde ihrer Leadership-Ausbildung mit der Hilfe einer Marketing-Agentur bewerben und skalieren. Als spirituelle Unternehmerin eine spannende Erfahrung! 

In dieser Folge teilt Sandra mit uns, wie diese Zusammenarbeit aussah, was sie mit ihr gemacht hat – und was sie letztendlich für den Erfolg ihrer Ausbildung gebraucht hat. 

Ich weiß, dass viele immer wieder vor der Frage stehen, ob eine klassische Marketingagentur nicht die „sicherere“ Option ist. Deswegen liebe ich diesen Einblick total – weil er dir deine Entscheidung womöglich erleichtern kann. Und es einfach SPANNEND ist, einer 3-er Linie bei der Auswertung ihres Experiments zuzuhören! 

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Sandra’s Instagram: https://www.instagram.com/sandra_schumacher_wunder/
Sandra’s Website: https://sandra-schumacher.de/

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Ob sich eine klassische Marketingagentur lohnt, hat Sandra Schumacher an sich selbst ausprobiert. Ihre Bilanz ist zweigeteilt: Die Agentur hat ihr eine Landingpage gebaut, die sie danach weiter genutzt hat, sie hat ihr geholfen, die Ausbildung professioneller aufzustellen, und Sandra hat dafür Teilnehmende gefunden, die richtig gut zu ihr passen. Der Verkaufsprozess der Agentur aber hat sie von genau dem abgeschnitten, was sie verkauft.

Für Coaches heißt das: Prüf vor allem, ob der Verkaufsprozess der Agentur zu deinem Angebot passt. Sandra verkauft authentische Führung, und sollte im Gespräch Druck machen, bis die Interessentin unterschreibt. „Widersinniger geht es ja nicht.“

Wer Sandra ist

Sandra hat zehn Jahre eine Montessori-Schule geleitet, ist Sonderpädagogin und begleitet heute Schulleitungen: im Coaching, in der Beratung, als Sparringspartnerin. Ihr Thema ist authentische Führung, sie gibt Workshops zu Kommunikation und hat zwei Bücher geschrieben.

Ein Bild aus der Folge, das ich nicht mehr vergesse: Eines Morgens im Winter schält sie eine Orange für ihren Joghurt und riecht sie plötzlich, richtig intensiv. Sie merkt, dass sie im Funktionieren als Schulleiterin ein Stück ihres Geruchssinns verloren hatte. Am Abend erzählt sie es in einem Zoom-Call mit lauter Schulleiterinnen, und die sagen: Stimmt, ich rieche eigentlich auch nichts mehr.

Das Experiment

Anfang 2022 wollte Sandra wissen: Kann ich als spitz positionierte Unternehmerin mit einer Agentur arbeiten, die mir die Technik abnimmt, damit ich mich auf meine Inhalte konzentriere? (Und sie hatte Lust, mal zu folgen statt zu führen.)

Was die Agentur aufgesetzt hat:

  • eine Landingpage für ihre Ausbildung zur souveränen Führungsperson an Schulen
  • Facebook-Ads, die auf die Landingpage führen
  • dort ein buchbares Kennenlerngespräch, danach ein zweites, längeres Gespräch, in dem verkauft wird
  • eine Schulung, wie sie die Ausbildung verkauft, mit Skript und Vertrag

Das Konzept der Ausbildung hat Sandra selbst entwickelt. Die Agentur hat Landingpage und Vertrieb übernommen.

Wo es geknirscht hat

Der Abschluss-Druck. Der Auftrag im Gespräch war, am Ende „einzutüten“.

Fragt eine Interessentin „Kann ich mir das noch überlegen?“, ist die Antwort im klassischen Skript: Nein, entscheide dich jetzt. Sandra unterstellt Menschen immer einen guten Grund, wenn sie nachdenken wollen. Das Skript passte null zu ihr.

Über 30 Gespräche, jedes schwerer. Irgendwann fühlte es sich an, als stünde eine Mauer zwischen ihr und den Interessentinnen, mit einem winzigen Guckloch.

Keine Transparenz. Sie bekam kleine Häppchen und wusste oft nicht, wo im Prozess sie gerade steht und was als Nächstes kommt. Steuern konnte sie es so nicht.

Alles per E-Mail. Auch Konflikte. Sandra sagt ihren eigenen Kundinnen: Konfliktthemen niemals per Mail. „Wenn ihr mal kurz den Hörer in die Hand nehmen würdet.“

Und, sagt sie: Sie war schon sehr weit, mit zwei Büchern und einem Plan. Wäre sie weniger weit gewesen, wäre sie noch verlorener gewesen.

Wie sie die Gespräche zurückgeholt hat

An dieser Stelle kam ich dazu, als Begleitung nebenher. Wir sind in die Mauer reingegangen, in einer Visualisierung, und haben das Guckloch gefunden.

Danach hat Sandra sich vor jedem Gespräch Forscherfragen überlegt: Was kann ich von dieser Person lernen? Was inspiriert mich in diesem Gespräch?

Am Ende fragt sie offen: Wie geht es dir jetzt? Und es kam ganz oft zurück: Danke, ich weiß jetzt schon, dass ich viel von dir lernen kann.

Der Satz, der sie seitdem begleitet: Je mehr Freude und Leichtigkeit ich im Gespräch habe, desto besser für alle, und desto erfolgreicher ist es.

Damit hat sich auch verschoben, was „erfolgreich“ heißt. Version 1: Das Gespräch war erfolgreich, wenn die Person unterschrieben hat. Version 2: wenn du Freude hattest und etwas mitnehmen konntest.

Lohnt es sich also?

Sandra sagt: „Ich habe nur gelernt, ich habe nur gewonnen.“ Und gleichzeitig: Es war auch Schmerz. Als wir aufgenommen haben, war die Landingpage noch aktiv, die Ausbildung lief, und ihre Verkaufsgespräche waren wieder ihre eigenen.

Gebraucht hätte sie eine Agentur, die ganzheitlich rangeht und sie als Mensch sieht. Ihr Fazit für alle, die zuhören: Schau, was die Essenz deines Angebots ist, und leite daraus die Regeln für deinen Verkaufsprozess ab. Ihre Arbeit lebt von klarer Wärme, also hat Druck darin nichts zu suchen.

Meine Sicht dazu: Für Menschen, die so bewusst und tief arbeiten wie Sandra, funktioniert klassisches Marketing ohne Anpassung oft nicht, weil es die Essenz ihrer Arbeit nicht greift. Das heißt nicht, dass es keine Daseinsberechtigung hat. Es heißt: erweitern, nicht eins zu eins übernehmen.

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