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staffel 2 · 08.02.2023 · 24 min · design

Markenwerte definieren: die 4 Fallen, in die fast alle tappen

the temple standard

Werte für sich selbst und das eigene Business zu definieren können eine RIESIGE Hilfe sein!
Oder eben extrem schwierig. 

Ich habe mich umgehört, hab mich selbst beobachtet und war mit euch im Gespräch – und teile in dieser Folge mit dir, warum ich glaube, dass du SCHNELL in Fallen treten kannst bei der Definition deiner Werte.
Und was stattdessen braucht.

Denn, ja: Es KANN eine riesen Hilfe sein.
Aber nicht so, wie es in 80, 90% der Fällen vermittelt wird. 

#halloknotenimkopf #hellofutureself

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Werte für deine Marke findest du nicht, indem du schöne Wörter auswählst, sondern indem du bei jedem Wort klärst, was es in deinem Alltag heißt. „Freiheit“ allein sagt nichts. Heißt es früh aufstehen, spät aufstehen oder gar nicht aufstehen?

Die üblichen Fallen: Werte, die du gern hättest, aber noch nicht lebst. Werte, die du von anderen übernommen hast. Und Begriffe, die so groß sind, dass jede Leserin etwas anderes darin sieht.

Deshalb fang ich in meiner Arbeit nicht bei den Werten an, sondern bei dir. Werte kommen danach, und dann können sie richtig gut helfen.

Warum ich mit Werten wenig anfangen konnte

Ich hab eine Branding-Expertin gesehen, die ich sehr schätze, und bei ihr beginnt alles mit den Werten. Ich selbst kann damit unfassbar wenig anfangen. Sich damit zu beschäftigen, fühlt sich für mich unnatürlich an und macht mir einen Knoten im Kopf.

Also hab ich auf Instagram gefragt, Umfragen gemacht, das Gespräch gesucht. Ergebnis: Für sehr viele von euch sind Werte richtig hilfreich. Und gleichzeitig hab ich gesehen, wie viele Fallstricke drinstecken.

(Ich hab mir meine Werte übrigens auch schon mal aufgeschrieben und über die Küchenzeile gehängt. Nach einer Woche hab ich sie nicht mehr wahrgenommen.)

Falle 1: Werte, die du noch nicht lebst

Viele fühlen sich in ihr „Next Level Self“ ein und legen von dort aus ihre Werte fest. Dann stehen da Werte, die sie gern verkörpern würden, aber noch nicht leben. Werte brauchen Taten, sonst sind es nur Wörter.

Mark Manson (der Autor von „The Subtle Art of Not Giving a F\*ck“) sagt sinngemäß: Viele von uns nennen Werte, die sie gern hätten, um die zu überdecken, die sie wirklich haben.

Dahinter steckt oft ein Weglaufen vor dem, was gerade echt ist. Und die Teile von dir, die du dabei übergehst, fühlen sich abgelehnt.

Falle 2: Was du sagst und was dein Körper sagt

Wenn du Werte kommunizierst, die du noch nicht fühlst, sagen deine Worte das eine und dein Körper das andere. Ich nenne das den Animal Body: was wir unterbewusst ausstrahlen.

Andere merken diese Unstimmigkeit, oft ohne sie benennen zu können. Irritiert sind sie trotzdem.

Für mich ist das oberste Ziel in Kommunikation und Sichtbarkeit, genau solche Unstimmigkeiten kleiner zu machen. Dann bekommt alles, was du sagst, mehr Kraft.

Falle 3: Werte, die gar nicht deine sind

Werte prägen uns von Anfang an: durch unsere Eltern, durch alle, von denen wir lernen, durch Vorbilder. Das lässt sich nicht vermeiden. Hinschauen lohnt sich trotzdem, gerade wenn du dich veränderst und zum Beispiel gerade Unternehmerin wirst.

Dann baust du dir oft ein neues Werteset auf, und das kommt schnell aus der Coaching- und Mentoring-Szene: höher, schneller, weiter, Boldness. Wir sind richtig gut darin, uns anzupassen, wenn wir dazugehören wollen oder wollen, dass jemand stolz auf uns ist. (Hallo, gutes Mädchen.)

Frag dich bei jedem Wert: Wer ist die Quelle? Ist das gerade echt bei mir, oder wünsch ich mir das nur?

Falle 4: Wörter, die jeder anders füllt

Die typischen Werte sehen so aus: Freiheit, Spaß, Frieden, Verbundenheit, Gemeinschaft, Liebe, Mitgefühl. Das sind die abstraktesten Begriffe überhaupt. Und das ist fast witzig, denn wenn mich jemand fragt, wie man gute Texte schreibt, sag ich immer: so konkret wie möglich.

Das heißt zweierlei:

  • Auf deiner Website sagen diese Wörter erstmal nichts. Wer sie liest, füllt sie mit der eigenen Bedeutung, und die kann weit von deiner entfernt sein. Ich würde sie so nicht auf die Seite schreiben.
  • Du musst für dich klären, was dahintersteckt. Ich sag selten „muss“, hier steh ich dazu. Layer für Layer tiefer, bis du ein Bild hast, das andere verstehen.

Dann kannst du über deine Werte sprechen, ohne sie zu benennen.

Warum es trotzdem eine große Hilfe sein kann

Viele von euch haben mir erzählt, dass ihre Werte ein Anker sind: Bevor ihr kreativ werdet oder rausgeht, besinnt ihr euch darauf. Das ist grandios. Werte sind eine Konzentration von dem, was du vorher wahrgenommen hast.

Es hilft nur, wenn du es fühlst und die Werte achtsam gewählt sind. Wenn sie wie meine an der Küchenzeile nach einer Woche unsichtbar werden, kannst du dir die Zeit sparen und etwas anderes Wichtiges für dein Business tun.

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