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staffel 3 · 23.01.2026 · 31 min · design

Wie du dein Brandshooting vorbereitest: Esther Posala und ich packen den Koffer

the temple standard

Wie entsteht ein Brandshooting, das mehr ist als schöne Bilder?
Nicht erst am Set! Bitte! Sondern lange davor.

In Teil 2 meines Gesprächs mit Fotografin und Künstlerin Esther Posala gehen wir ganz konkret in die Vorbereitung eines Brandshootings – jenseits von Posing, Perfektion und Fotostudio-Routinen.

Wir sprechen darüber,

  • warum ein sicherer Raum die Grundlage für starke Bilder ist
  • wie Vorbereitung emotionale Tiefe überhaupt erst möglich macht
  • welche Rolle Kleidung, Musik, Snacks, Zyklus & Pausen wirklich spielen
  • warum „schöne Bilder“ ohne Tiefe austauschbar bleiben
  • und wie zeremonielle Elemente ein Shooting auf ein neues Level heben

Diese Folge ist praktisch, ehrlich und überraschend bodenständig (auch wenn es eigentlich um Magie geht.. ;-)).


Für Personal Brands, intuitive Unternehmerinnen und alle, die mit Bildern wirken wollen statt nur sichtbar zu sein.

✨ Teil 2 einer dreiteiligen Serie über Bildsprache, Brandtiefe und echte Sichtbarkeit.
Teil 3 widmet sich dem Shooting-Tag selbst.

LINKS:

Esther Posala
Website - https://www.soulfood-and-eyecandy.com/
Instagram - https://www.instagram.com/soulfood_and_eyecandy_/

Skool-Community - https://www.skool.com/be-as-you-are-creativecircle-6686/about?ref=d18ef651f3b0468cb6f72356c3036bf8

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Ein Fotoshooting für deine Website bereitest du in zwei Schichten vor. Zuerst das Gefühl: Welche Stimmungen sollen die Bilder tragen, und in welcher Farbwelt bewegt sich deine Marke? Dann den Koffer: Outfits, die genau diese Gefühle unterstützen, eine Playlist pro Stimmung, Snacks, Bademantel und Schlappen, und Props, die zu deiner Arbeit passen.

Unter beidem liegt etwas, das kein Koffer ersetzt: ein sicherer Raum. Fotos aktivieren tiefe Unsicherheiten, gesehen zu werden ist für viele ein altes Thema.

Das Shooting selbst hebelt das nicht aus. Der Rahmen hilft, sich leichter damit zu tun.

Teil 2 von 3. Teil 1 erklärt, warum Bilder mehr sind als hübsch, Teil 3 begleitet den Shooting-Tag. teil 1 · teil 3

Vorher klären: die Farbwelt

Bevor gepackt wird, sollte klar sein, in welcher Farbwelt du dich ungefähr bewegst. Davon hängt ab, welcher Filter in der Bearbeitung über die Bilder gelegt wird. Sonst muss jedes Bild einzeln nachgefärbt werden, und keiner hat Lust, alle Bilder zweimal neu einzufärben.

Was in den Koffer gehört

  • Outfits, die ein Gefühl unterstützen. Nicht ausdrücken, unterstützen, was du in dir erzeugen willst. Was sich lieb und nett anfühlt, ist für die eine das Rüschenblüschen und für die andere etwas ganz anderes. Esthers wichtigste Regel: Du darfst dich nicht verkleidet fühlen.
  • Farben, die nicht gegen deine Marke arbeiten. Du musst deine Brandingfarben nicht nachspielen. Schwarz oder Weiß sind völlig okay, wenn du dich darin wohler fühlst. Den Farbklecks auf der Website kann man auch anders setzen.
  • Schlappen und Bademantel. Wird oft vergessen. Wer draußen die Outfits wechselt, will keine kalten Füße. (Außer, sie steht freiwillig fünf Minuten in einem eiskalten Bergbach. Credits gehen raus an Nicole, wir sind Jahre später noch beeindruckt.)
  • Snacks und Getränke. Fingerfood, das sich leicht essen lässt. Im kreativen Prozess vergisst man die Zeit, und hangry will keiner sein, auch nicht die Fotografin.
  • Eine Box und Musik. Für mich ganz oben auf der Liste der unterschätzten Dinge. Wenn ich organisiere, gibt es für jedes Gefühl eine eigene Playlist. Zu ruhiger Meditationsmusik wirst du schwer rockig.
  • Große, robuste Taschen. Ganz praktisch: Ikea-Taschen. Die kann man überall abstellen.

Warum Musik so viel ausmacht: Mit ihr bewegen sich Menschen leichter, schließen die Augen und kommen ins Gefühl. Dann entstehen die Bilder, ohne dass jemand posen muss. Sobald gepost wird, geht der Blick nach außen, und das Gefühl ist weg.

Beim Termin an den Zyklus denken

Esther arbeitet viel mit Frauen und rät, schon bei der Terminwahl auf die Zyklusphase zu achten. Die allerletzten Tage vor der Periode, wenn du dich aufgebläht fühlst, oder Tag 1 sind selten die beste Idee.

Was den Rahmen besonders macht

Snacks sorgen dafür, dass Grundbedürfnisse erfüllt sind. Für das besondere Extra nehme ich gern zeremoniellen Rohkakao mit, Esther ist eher bei zeremoniellem Tee. Dazu Räucherwerk oder ätherische Öle: Ich hab zu unseren Shootings schon oft meine 10, 20 Öle ausgepackt, und jede konnte sich einen Duft aussuchen.

Nichts davon ist auf den Fotos zu sehen. Es verändert, wie sich die Stunden anfühlen.

Welche Props zu deiner Arbeit passen

Welche Gegenstände mitmüssen, hängt davon ab, was deine Arbeit transportiert. Arbeitest du mit Schreibimpulsen, mit Körperarbeit, als Coach? Dafür muss das Fundament deiner Marke vorher gelegt sein.

Ich bin übrigens kein Fan von Symbolbildern: Ein früherer Chef wollte für jede Vision ein Stegbild.

Was wir schon alles mitgeschleppt haben:

  • einen lebensgroßen Spiegel durch den Wald (nächstes Mal ein kleinerer)
  • ein ganzes Set Klangschalen, für eine Klangschalen-Expertin
  • ein kaputtes Fenster
  • eine Rauchmaschine (vorher bei der Vermietung gefragt, ob bei Rauchalarm gleich die Feuerwehr kommt) und eine Konfettikanone
  • eine Sprühflasche für Wassertropfen auf der Haut (Esthers Erkenntnis: Es braucht eine Mischung aus Wasser und Öl)

Einfacher geht es auch: Notizbuch, Tücher, die wehen, Kerzen und ein Feuerzeug, Palo Santo, ein Orakeldeck, ein Fell zum Einwickeln. Was zu dir passt und was nicht, kommt im Vorgespräch heraus.

Warum sich die Vorbereitung lohnt

Ein professionelles Fotoshooting ist ein hohes Investment. Meine Erfahrung: Es lohnt sich, und den Tag darfst du mit Bewusstsein vorbereiten.

Schöne Bilder allein sind langweilig. Wer nicht über den Preis vergleichbar sein will, braucht Bilder, die zeigen, wer man wirklich ist.

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